sehr gute Darstellung
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(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Der Wilde Westen: Mythos und Geschichte (Gebundene Ausgabe) Das ist zwar kein Buch für DEN Experten, aber für alle, die sich für das Thema interessieren. Und auch der Experte wird erstaunt sein, einige sonst kaum zu findende Darstellungen zu lesen.
Mit dem Mythos vom Wilden Westen sind wohl die meisten aufgewachsen. Geschichten von endlosen Prärien, einsamen Trappern, Goldsuchern und Indianern kennt jeder. Aber woher kommt dieser Mythos, dessen Einfluss auf so viele Lebensbereiche auch heute noch ungeheuer stark ist?
Alexander Emmerich hat das Wagnis unternommen, über einen Mythos zu schreiben, den zwar jeder kennt, den wohl aber die wenigsten erklären können. Der Autor nähert sich dem Thema mit der Frage "Wie wild war der Westen wirklich?". Danach beschreibt er, "wie der Wilde Westen nach Deutschland kam". Buffalo Bill und Hollywood, Reiseberichte und Romane spielen eine Rolle. Das große Interesse an fremden Ländern, von dem Karl May so profitierte, wird dabei aber nicht so deutlich beschrieben, wie es in der Karl May- Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (2007/2008) gezeigt wurde. Dafür geht der Verfasser ausführlich auf die Karl-May-Welle der 60 Jahre in der Bundesrepublik ein und stellt dem ein Kapitel über die Indianerfilme in der DDR gegenüber.
Erst nach dieser umfangreichen, aber wichtigen und gelungenen Darstellung widmet sich Emmerich dem "Wilden Westen". Er lässt keinen Aspekt und keine Entwicklung aus, beginnt mit dem Louisiana Purchase und der Expedition von Lewis und Clark. Weiter geht es mit dem Pelzhandel, dem Santa Fé Trail, dem Pfad der Tränen und der Reise von Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied.
Danach wird die Eroberung des Wilden Westens beschrieben, die Rolle von Texas und Kalifornien erläutert. Ebensowenig fehlen der Zug der Mormonen, der Pony-Express oder der Bau der transkontinentalen Eisenbahn.
Ein extra Kapitel widmet sich der Verdrängung der indianischen Lebensweisen. Nicht nur in diesem Abschnitt belegt Emmerich, dass die Eroberung und Besiedlung des Wilden Westens nicht nur eine heroische Tat der angelsächsischen protestantischen Kultur gewesen ist. Gleichzeitig wurden nämlich die eigentlichen Bewohner des Westens zurückgedrängt und vernichtet. Der Autor berichtet darüber sehr objektiv, hält sich aber mit polemisierenden Darstellungen zurück, was der allgemeinen Darstellung des Buches sehr gut tut.
Es folgt ein Kapitel über die Landnahme durch die Siedler, dabei werden die Entstehung von Nationalparks und der Oklahoma Land Rush angesprochen.
Ein umfangreicher Teil des Buches widmet sich dem Leben im Wilden Westen: Goldgräber, Geisterstädte, Cowboys, Outlaws, Sheriffs und Saloons spielen eine Rolle.
Ein weiteres Kapitel widmet sich dann der Kultur und Lebensweise der Indianer Nordamerikas, womit Emmerich noch einmal deutlich macht, dass auch die Indianer ein nicht unbedeutender Teil des Wilden Westens waren.
Im gesamten Buch gibt es immer wieder extra Textfenster, die ein spezielles Thema oder eine Person vorstellen. So finden sich umfangreichere Erläuterungen zu Thomas Jefferson, Schaufelraddampfern, Davy Crockett, Billy the Kid oder Calamity Jane, um nur einige zu nennen.
Die Ausstattung mit übersichtlichen Karten und Bildmaterial ist sehr gelungen und macht das Buch zu einer Augenweide, die man gerne immer wieder in die Hand nimmt. Allerdings hätte man bei dem großen Format gerne noch einige der Aufnahmen auf einer Doppelseite gesehen...
Der Anhang ist mit einer kurzen Zeittafel, die sich auf die Regierungszeiten der US-Präsidenten und Ereignisse in diesem Zeitraum beschränkt und einer kurzen, etwas willkürlich ausgewählten Bibliographie sowie dem Personen- und Sachregister sehr knapp gehalten. Der Verlag hat mit dem Verfasser eine gute Wahl getroffen, hat es Emmerich doch verstanden, eine wichtiges Thema mit der notwendigen Sachkenntnis allgemeinverständlich und doch sehr ausgewogen darzustellen. Es ist eine sehr gute Einführung in das Thema.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 20. September 2009
Kundenrezensionen:
3. sehr gute Darstellung (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Mythos Wilder Westen
1. Es macht Spaß!
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